Ein Interessent vereinbart einen Beratungstermin. Der Termin wird im Kalender blockiert. Der Berater bereitet sich vor. Dann kommt der vereinbarte Zeitpunkt — doch der Interessent erscheint nicht.
Für einen Beratungstermin wird nicht nur die reine Gesprächszeit reserviert. Zum tatsächlichen Aufwand gehören häufig Terminvorbereitung, Sichtung der Kundendaten, interne Abstimmung, Freihalten des Beratungsplatzes, Wartezeit, Nachbearbeitung und erneute Kontaktaufnahme.
Aus einem geplanten 60-minütigen Termin werden so schnell 90 Minuten gebundene Arbeitszeit. Nehmen wir als vereinfachtes Beispiel interne Personalkosten von 50 Euro pro Stunde an. Dann verursacht ein geplatzter Termin bereits rund 75 Euro direkten Zeitaufwand. Doch das ist nur der kleinste Teil der Rechnung.

Ein Beratungskalender hat nur eine begrenzte Kapazität. Ein Termin, der kurzfristig ausfällt, kann meist nicht mehr neu vergeben werden. Damit geht nicht nur Arbeitszeit verloren — es verschwindet ein Platz, an dem ein anderer Interessent hätte beraten werden können.
Nicht jeder Beratungstermin führt zu einem Auftrag. Trotzdem hat jeder qualifizierte Termin einen statistischen Wert. Ein Rechenbeispiel: Ein Studio führt monatlich 20 qualifizierte Erstberatungen. Aus fünf dieser Termine entstehen Aufträge — eine Abschlussquote von 25 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Deckungsbeitrag von 4.000 Euro pro Auftrag gilt:
25 % Abschlusswahrscheinlichkeit × 4.000 € Deckungsbeitrag = 1.000 € pro Termin
Das bedeutet nicht, dass jeder geplatzte Termin automatisch 1.000 Euro Verlust verursacht. Es zeigt aber, welchen wirtschaftlichen Wert ein funktionierender Termin im Durchschnitt haben kann.
Nicht jeder geplatzte Termin ist Ausdruck mangelnden Interesses. In vielen Fällen sind die Gründe unspektakulär:
Das Problem ist nicht immer der Interessent. Manchmal fehlt schlicht ein Prozess, der ihn zuverlässig bis zum Termin begleitet.
Viele Studios senden direkt nach der Buchung eine automatische Bestätigung. Danach herrscht Funkstille. Bei einem Termin, der erst in zehn oder vierzehn Tagen stattfindet, reicht das häufig nicht aus. Ein verlässlicher Erinnerungsprozess kann so aussehen:

„Morgen um 15 Uhr findet Ihr Beratungstermin bei uns statt. Planen Sie bitte etwa 90 Minuten ein. Falls vorhanden, bringen Sie Grundriss, Maße und erste Ideen mit. Sollte sich etwas geändert haben, können Sie den Termin über diesen Link verschieben.“
Viele Unternehmen machen es Interessenten unnötig schwer, einen Termin abzusagen. Der Kunde müsste anrufen, sich erklären und möglicherweise rechtfertigen. Also meldet er sich gar nicht. Eine unkomplizierte Verschiebemöglichkeit kann die Zahl der kommentarlosen Ausfälle deutlich reduzieren.
Ein verschobener Termin besitzt weiterhin Potenzial. Ein verschwundener Kontakt meistens nicht.
Viele Studios wissen nicht genau, wie hoch ihre tatsächliche No-Show-Quote ist. Dokumentiert werden sollten mindestens: vereinbarte und wahrgenommene Termine, rechtzeitig abgesagte und kurzfristig verschobene Termine, unangekündigte Ausfälle, zurückgewonnene Termine und die Abschlussquote nach Terminquelle.
Ein Beratungstermin beginnt nicht erst, wenn der Interessent das Studio betritt. Er beginnt mit der Buchung. Alles, was zwischen Buchung und Beratung passiert, beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde erscheint.
Die Lösung besteht nicht darin, sich über unzuverlässige Interessenten zu ärgern. Die Lösung ist ein System, das Termine bestätigt, Erwartungen klärt, rechtzeitig erinnert und ausgefallene Kontakte konsequent zurückholt.
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